
Kaiserboa / Imperatorboa
Die sogenannten Hog-Islands (Hoggies) können bei guter Fütterung an die 2 Meter lang werden. "Hoggies" sind eine hypomelanistische Farbvariante der Kaiserboa, das heisst, es besteht ein Mangel an schwarzen Farbpigmenten. Sie kommen bzw. kamen lediglich auf den Schweineinseln bei Honduras vor, waren also eine örtlich abgegrenzte Inselform. Sie galten aber in der Natur bereits als ausgestorben, ihr Bestand soll sich mittlerweile aber wieder stabilisiert haben. Sie besitzen die Eigenschaft, im Verlaufe des Tages ihre Farbe zu ändern, von einem "Schmutzgrau" am morgen bis hin zu einem sehr hellen, fast weissen Grauton mit leuchtend orangefarbenen Sattelflecken zum Abend.
Ich würde meine Tiere, insbesondere die Weibchen, nicht unbedingt als friedfertig bezeichnen, sie legen trotz ihrer noch geringen Grösse eine bemerkenswerte Aggressivität zu Tage. Die Konsequenz daraus: sie gehen problemlos ans Futter. Ich hielt eine Gruppe von 1.2 (also: 1 Bock und 2 weibliche Tiere), habe meinen Bestand jedoch zwischenzeitlich auf ein einzelnes Weibchen reduziert. Männliche Schlangen nennt man übrigens "Böcke", sie bleiben meist kleiner und schlanker als ihre gleichaltrigen weiblichen Artgenossen.
Das Verbreitungsgebiet dieser Imperatorboas ist entweder nicht bekannt, oder es handelt sich um Mischformen aus verschiedenen Verbreitungsgebieten oder sogar verschiedenen Unterarten. Sie bestechen aber mitunter nichtsdestotrotz durch ihre Schönheit. Das abgebildete rötliche Weibchen (Mutter stammt aus Kolumbien) trägt Gene für sogenannte "Laddertails" in sich, die eine aberrante Zeichnung am Schwanz, ähnlich einer Leiter, an den Nachwuchs weitergeben können.
Auch wenn der Trend mittlerweile eher in Richtung Farbzuchten geht. kämpfen viele Züchter um die "Reinerbigkeit", insbesondere auch nach Verbreitungsgebieten. Das Herkunfts- bzw. Abstammungsgebiet sollte auch nachgewiesen werden können. Lediglich bei dem einzelnen Hog-Island-Weibchen handelt es sich in meinem Bestand noch um ein reinrassiges Tier nach Verbreitungsgebiet und Unterart.
Weitere Verbreitungsgebiete
Der natürliche Lebensraum der Kaiserboas erstreckt sich über den Bereich des südlichen Mexiko, Mittelamerika und dem nordwestlichen Teil Südamerikas, in erster Linie also tropischen Breiten.
Kaiserboas gibt es in, je nach Verbreitungsgebiet, unterschiedlichsten Farbvarianten, von nahezu weiss bis hin zu einem dunklen Schokoladenbraun. Ebenso gibt es viele, räumlich auf kleine Inselgruppen beschränkte Variationen. Hier Bilder zweier meiner Tiere, die der selben Unterart (boa constrictor imperator) angehören, aber farblich kaum unterschiedlicher hätten ausfallen können:
Verbreitungsgebiet Nicaragua Verbreitungsgebiet Honduras (Schweineinseln)
Derzeit unterschieden wird die Kaiserboa nach folgenden Verbreitungsgebieten:
Mexiko (Region Sonora, Cancun, Tarahumara), Belize (Crawl Cay und Cay Caulker), Equador, Kolumbien, Nicaragua (Corn Island- und Festlandform), Costa Rica, Honduras (Festland- und Inselform, Hog Island), El Salvador und Equador.
Die klimatischen Verhältnisse im Herkunftsgebiet von Boa constrictor imperator sind selbstverständlich ganz andere als hierzulande. Es herrschen dort, nochmals variierend in den Verbreitungsbereichen, Tagestemperaturen von um die 30 Grad, sowie eine tropische Luftfeuchtigkeit von 60-70% und mehr. Es gilt nun, im Terrarium ein Klima entstehen zu lassen, welches dem Herkunftsgebiet nahezu 100%ig entspricht. Kein unbedingt leichtes Unterfangen, besonders bei Materialien, die schlechte Isolationseigenschaften haben, wie z. B. Glas; doch dazu mehr im Menüpunkt Terrarien in der Navigationleiste links.