
Künstlich gezüchtete Farbvarianten
Bei den so genannten Farbmorphen handelt es sich um spezielle Farbzüchtungen, die beispielsweise aus Verpaarungen unterschiedlicher Boa-constrictor-Unterarten entstehen, oder aus Verpaarungen mit Tieren, die einen Gen-Defekt (zum Beispiel Albinismus) aufweisen. Das Thema "Farbzuchten" ist vielerseits umstritten, insbesondere bei Züchtern, die sich für den Erhalt der Reinrassigkeit, auch nach Verbreitungsgebieten, einsetzen. Ich unterstütze den Erhalt der Reinerbigkeit, verschliesse mich jedoch aber dennoch nicht vor den Entwicklungen der Farbzucht.
Salmon-Boas
Ich habe mich der Schönheit einiger dieser Farbvarianten nicht entziehen können, so dass ich einige solcher Tiere mein Eigen nennen darf. Ich halte eine sogenannte "Salmon-Boa" (1.0 DNZ 2006). Salmons (engl.: Lachs) sind eine künstlich gezüchtete hypomelanistische Farbvariante, sie werden daher auch häufig als "Hypos" bezeichnet. Unter Hypomelanismus versteht man den Mangel an schwarzen Farbpigmenten. Einige dieser Hypos weisen mitunter eine erhebliche Ähnlichkeit mit den in der Natur ausgestorbenen geltenden "Pearl Island Boas" (Boa constrictor sabogae) auf, die die natürliche hypomelanistische Farbvariante darstellen.
Albino-Boa
Bei den albinotischen Boas handelt es sich um Tiere, denen die schwarzen Farbpigmente vollständig fehlen. Man nennt dies Amelanismus (vergl.: Mangel an schwarzen Pigmenten = Hypo-Melanismus). Albino-Boas erscheinen somit mit weissem bis leicht rosafarbenen Schuppenkleid. Die Sattelfleckenzeichnung erscheint gelblich bis rötlich, die Augen dieser Tiere sind ebenfalls rot. Die Vererbungsfolge von Albinismus ist einfach rezessiv (zurücktretend gegenüber einem dominanten Erbfaktor... na? Wer erinnert sich an Biologie in der Schule? Vererbung bei Blutgruppen? *grins). Ich halte übrigens seit 2009 ein Albino-Weibchen.
Zudem besitze ich auch einen dazu passenden Bock, der zwar "normal" aussieht, jedoch zu 100% heterozygot (=mischerbig) für Albinismus ist. Bei einer Verpaarung dieser beiden Tiere würden also rein rechnerisch 50% Albinos und 50% normal aussehende Jungen zur Welt kommen. Die normal aussehenden Tiere wären dann wiederum zu 100% heterozygot für Albinismus... klingt schwieriger, als es ist.Aber von dieser schweren Rechnerei mal abgesehen, sind Albinos eine Augenweide... deswegen hab ich sie!
Pastel- und Cream-Pastel-Boa
Zwischenzeitlich abgegeben, hielt ich ein weibliches Tier der sogenannten "Cream Pastell"-Farbform. Der Begriff Pastell erklärt sich mehr oder weniger von selbst. Diese Tiere haben einen sehr weichen, pastellartigen, vanille-gelblichen Grundton.
Zu guter letzt befanden sich auch noch zwei Pastell-Tier in meinem Besitz. Bei einem Tier war ich mir nicht 100%ig sicher, ob es sich wirklich um ein Pastell-Weibchen handelt, weswegen sie letztlich eigentlich bei den Mischboas aufgeführt werden sollte. Jedoch wies diese weibliche Boa (DNZ aus 2002) einen ausgeprägten Gelbton als Grundfarbe auf, schwarze Pigmente sind hingegen recht rar. Der Pastell-Bock (die 2 Bilder unten rechts) ist mit guten 2 Metern Länge ein echter Riese. Beide zusammen haben im April 2008 12 Junge hervorgebracht.